Schlemmersommer im Park
Gratinierter Ziegenkäse mit Gartensalaten, Passionsfruchtvinaigrette und Erdbeerconfit
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Hausgemachte Scampiravioli mit grünem Spargel und Zitronengras- Noilly Pratschaum
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Filet vom heimischen Kalb unter der Basilikumkruste mit Kartoffel- Pfifferlingsstrudel und feinem Möhrenchutney
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Variation von der Altenländer Knubberkirsche

2 Personen € 59,00

Neue Auszeichnungen
Auch dieses Jahr ist das Witthüs wieder ausgezeichnet worden.

Tradition verpflichtet
Seit über 40 Jahren eine Institution am Blankeneser Ende der Elbchaussee – das wunderbare „Witthüs“ So muss es Kapitänen in rauer Vorzeit ergangen sein, als sie nach maritimer Odysee in Blankenese endlich wieder  an Land gingen. Wer heutzutage nach einem strammen Spaziergang am Elbufer so richtig durchpustet und  fröstelnd den Mühlenberg entert und Kurs Hirschpark nimmt, sollte die beiden Funzeln am Hauptportal des  weißen Hauses dort als Positionslampen begreifen – und als Wink des kulinarischen Himmels.
Auf ins Witthüs: Café, Teehaus, Gastgeber für Sonntags-Brunch, Restaurant in einem und Heimat für Fahrensleute  aus den Elbvororten, die Ruhe, Gemütlichkeit und, ganz entscheidend, famose Kost suchen. Hinein in die gute  Stube! Weicher Teppichboden, ein uralter Kachelkamin, Stuck an den Wänden, antike Stühle, höchst dezente  Deckenbeleuchtung und ein Kerzenmeer signalisieren schon auf den ersten Blick: Mensch, hier kannst du dich zu  Hause fühlen.
Beim Ansteuern des gebuchten Tisches wird klar, warum sich die Dame bei der Reservierung nach einem  besonderen Anlass für das Abendmahl erkundigte. Auch wenn diese Frage verneint wurde („Nö, einfach nur so  mal.“), beeindruckt die Dekoration: nach deutscher Sitte gestärkte Tischdecken, hübsches Besteck, ein dreiarmiger  Kandelaber, Efeuranken und jede Menge Rosenblätter. Wirkt sehr einladend.
Bevor Blicke und Sinne weiter schweifen, gilt es, die Menüfolge zu definieren. Indische Gewürzconsommé mit  Edelfischen oder Entenbrust mit asiatischem Gemüse auf der monatlich wechselnden Karte verweisen auf die  Herkunft des Küchenchefs. Kaninchen-Saltimbocca mit Coppa an Quitten-Senfkonfit, hauchdünne Pizza mit  Gorgonzola, Birne und Walnüssen oder hausgemachte Kürbisravioli an Salbei-Haselnussbutter, lautet die Mutter  aller Fragen bei der Vorspeisenwahl. Beim Hauptgang spricht der Bauch klar und deutlich für Wildscheinrücken mit  Gewürzkruste oder Brust und Keule von der Vierländer Gans, „Stopp!“ schreit das Fitnesszentrum im Großhirn:  „Nimm lieber Rinderfilet mit herbstlichem Gemüse oder Wildlachsfilet unter der Meerrettichkruste.“
Einst diente das reetgedeckte Witthüs nahe der Elbchaussee als Kavaliershaus für die Gäste des Pfeffersacks  Johann Cesar Godeffroy, welcher die Sommerfrische in der Villa gegenüber zu verbringen pflegte. Des Kaufmanns  Credo ist unter dem Giebel festgehalten: Der Ruhe weisem Genuss!
„Dieser Philosophie haben auch wir uns verschrieben“, sagt Chefin Verena Nordt beim Kaffee danach, die schon  vor mehr als 40 Jahren gemeinsam mit Ehemann Wolfgang das Witthüs in Hamburg etablierte – als Pendant zur  gleichnamigen Institution in Wenningstedt auf Sylt.
Die fortgeschrittene Stunde mahnt zum Aufbruch. Hinaus in die Kälte? Lieber wird noch eine „Qualle auf Sand“  geordert. Das Geheimnis hinter diesem köstlichen Dessert jedoch muss jeder selbst ergründen…
Hamburger Abendblatt – 7. November 2009

Ausgehen in Hamburg!
Ich erzähle Ihnen jetzt etwas, das werden Sie mir nicht glauben! Sind Sie bereit? Also:
Das Witthüs ist ein Geheimtipp! „Waaas?“, werden Sie sagen, „das Witthüs?“ Im
Hirschgarten in der Elbchaussee, durch das schmiedeeiserne Tor, am Ende der
geschwungenen Allee? Das kleine Reetgedeckte neben dem Godeffoyschen
Landhaus? Dort, wo Hans Henny Jahnn früher gelebt hat? Das Restaurant, das schon
so häufig ausgezeichnet wurde, wie man beim Betreten sieht? Wo Mutti und Vati mit
Omi sonntags nach dem Elbspaziergang immer hingegangen sind? Das Restaurant,
wo die Kellnerinnen immer so freundlich sind und so deutlich sprechen? Wo man
immer so entspannt die Brandenburgischen Konzerte hören kann? Dort, wo alles
weiß ist, nur das Fleisch rosa? Ein Geheimtipp? Neee! Und ich sage Ihnen: doch.                    Ich sage Ihnen: Schauen Sie hin! Und schauen Sie vor allem in die Karte! Natürlich gibt es hier ein Lammkarree,  einen Kalbsrücken und etwas mit Filet vom Schwein (alle zirka 20 Euro). Nichts, was einem nicht irgendwie  bekannt vorkäme. Doch immer dann, wenn man sich ausruhen möchte, findet die Küche einen Kniff, einen Dreh,  einen Wink, einen aufzurütteln: Es geht auch anders. Zum Beispiel: Das Sommermenü (59 Euro für zwei Personen). Vorweg Matjes-Tatar, hernach einen sanften Ziegenkäse mit Balsamico. Ja ja, sicher. Aber dann überraschend:  Ravioli mit Pfifferlingsfüllung auf einem Thymian-Schaum. Die Ravioli bissfest, die Füllung frisch, kräftig, brühig.  Der Schaum leicht, rund und nur dezent salzig. Plötzlich steht die Zunge auf Hab-Acht! Der Hauptgang ein rosa
Kalbsrücken – und wieder: An das weiche, zarte Fleisch schmiegt sich eine süß-würzige Feigen-Senf-Jus. Dazu die  Empfehlung des Hauses: Ein spritziger Riesling von Albert Kallfelz (21 Euro). Jetzt sitzt man gerade und nickt. Als  Nachtisch dann ein feistes, schweres Amaretti-Parfait auf Himbeermark. Verstehen Sie: Der Schein trügt! Ich
würde sogar wetten, dass sie hier nach Ladenschluss die Lichtorgel rausholen, die Stereoanlage aufdrehen und  Freddy Mercury auflegen.

SZENE  Essen + Trinken
„Sie kennen das „Witthüs“ allein vom sonntäglichen Kaffeetrinken?
Gehen Sie zum Abendessen hin. Sie werden begeistert sein.
Hier gibt’s eine Bedienung, für die eine Steigerung des Wortes
Aufmerksamkeit erfunden werden müsste, ein Kerzenlichtambiente
wie es der Weihnachtsmann und seine Oma gemeinsam nicht schöner
hinkriegen würden, und ein Küche…“

Witthüs in der Literatur
In ihrem Roman „Im Schattenreich“ beschreibt die Bestsellerautorin Renate Kampmann in einer Schlüsselszene eine Verabredung ihrer Romanheldin, Rechtsmedizinerin Dr. Leonie Simon, im Witthüs. „Zwanzig Minuten später saßen sie sich in den Witthüs Teestuben im Hirschpark  gegenüber und rührten in ihren Tassen. Die Kellnerin kam ein zweites Mal und servierte Leonie die berühmte „Qualle auf  Sand“, ein Mischung aus Kuchenbrot, Früchten und Sahne. Anita betrachtete die  üppige Portion nicht ohne Neid. „Du kannst also immer noch so viel essen, wie  du magst.“ Leonie leckte sich die Sahne von der Lippe.“   (Seite 182)

„Märchenhochzeit“ aus Hafenblick
„Nur wenige Schritte von der Elbe entfernt, im ausgedehntesten Englischen Garten  Hamburgs, dem Hirschpark, liegt idyllisch das legendäre Witthüs – ein zauberhaftes, über
250 Jahre altes, weißes Reetdachhaus mit außergewöhnlichem Charme.
Einst diente es als Kavaliershaus für die Gäste des Kaufmanns Johann Cesar Godeffroy, der  die Sommermonate in seiner prächtigen gegenüberliegenden weißen Villa verbrachte.  Später lebte der berühmte Dichter, Komponist und Orgelbauer Hans Henny Jahnn hier und  ließ sich vom Zauber des Hauses inspirieren.
Das verträumte Bauernhaus von damals ist heute etabliertes gastronomisches Highlight in
Hamburgs schönstem Stadtteil Blankenese. Nachmittags ist es ein Café und Teehaus mit
herrlichem hausgebackenem Kuchen, und abends ein bezauberndes Restaurant mit
hochgelobter, kreativer und frischer Küche.
Es verwundert nicht, dass das Witthüs zu den besten Adressen für Hochzeiten in
Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz gehört (Wedding Guide, Busche Verlag).
Hochzeitsfeiern im Witthüs werden in einem persönlichen Gespräch individuell geplant.
Das Brautpaar darf sich dem verlockende Gedanken hingeben und sich vorstellen, das
Witthüs am Hochzeitstag sein Eigen zu nennen, und alle Ideen und Wünsche wahr werden
zu lassen.  In märchenhaftem Glanz erstrahlt das Witthüs am Hochzeitstag. Kerzenschein, zarte  Efeuranken, frische Rosenblättchen auf den Tischen runden das romantische Ambiente ab.  Der traditionelle Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy „ein
Sommernachtstraum“ begrüßt die Jungvermählten. Wer möchte, kann sich sogar im Witthüs  trauen lassen.
Die Wahl des schönsten Motivs für das Hochzeitsfoto fällt schwer – vor blühenden Azaleen,  Rhododendren, im Bauerngarten zwischen Buchsbaumhecken, oder vor historischer Kulisse  auf den Stufen zwischen den Säulen des klassizistischen weißen Herrenhauses. Nach festlichem Mahl und Tanz zieht sich so manches Hochzeitspaar diskret aus dem  Trubel zurück, hinaus in den Park. Unter Jahrhunderte alten Bäumen, von Romantik und  Glück überwältigt, fühlt sich das Paar vielleicht für einen kurzen Augenblick wie einst der  alte Godeffroy, ein wahrer Sommernachtstraum!“
Hafenblick September 2005 ; Seite 23